Kranenmeer

Seit 1950 ist dieses Gebiet  auch Kranenmoor genannt  mit einer damaligen Größe von nur 3,95 Hektar als Schutzgebiet ausgewiesen. Der zentrale Heideweiher wird derzeit überwiegend von Kiefernwäldern umgeben und liegt ca. 5 km südöstlich von Heiden. Bereits der Name dieser Ortschaft gibt einen ersten Hinweis auf den traditionellen Landschaftscharakter und die historische Entstehungsgeschichte dieses ehemaligen Heideweihers.

Nachdem im vorigen Jahrhundert das ursprünglich nährstoffarme Gewässer über nahezu sechs Jahrzehnte durch Nutzungsintensivierung des Umfeldes und veränderte Vorflutverhältnisse sowie eine lang andauernde Nährstoffzufuhr zunehmend beeinträchtigt wurde, drohten zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten hier auszusterben. Alte Heideflächen wurden in Kultur genommen oder mit Kiefern aufgeforstet. Einige wenige Allerweltsarten wie Rohrkolben hatten sich bereits auf mächtigen Schlammschichten großflächig ausgebreitet. Der frühere Schutzgrund drohte verloren zu gehen. Ein 1990 erstellter Pflege- und Entwicklungsplan zeigte Wege und Möglichkeiten auf, dieses Gebiet durch verschiedene, zeitlich gestaffelte Renaturierungsarbeiten wieder aufzuwerten. Nach umfangreichem Parzellentausch und Grunderwerb konnte der Kreis Borken wichtige Flächen für den Naturschutz sichern. 1994 wurde das Gebiet aufgrund einer neuen Verordnung inklusive verschiedener Privatflächen auf 54 Hektar vergrößert. Die Kernzone des Gebietes mit den wichtigsten Gewässerbereichen bildet einen Teil des europäischen Netzes „NATURA 2000“.

Mit der Umverlegung eines ca. 650 m langen Entwässerungsgrabens wurden die ursprünglichen Feuchteverhältnisse bei wesentlich verminderter Nährstoffversorgung wiederhergestellt. Eine anschließende Entschlammung leitete die Regeneration des Heideweihers ein. Auf den freigelegten Bodenschichten im Grundwasserschwankungsbereich wurden wieder verbesserte Wuchs- und Standortbedingungen für Keime und Samen längst verschollen geglaubter Pflanzen der ursprünglichen Vegetation von Heideweihern geschaffen.


Impressionen:



Dieses Projekt wird von der Bezirksregierung Münster aus Mitteln des Programms für Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW gefördert.